In Pressemitteilungen von Dr. Josef Schlarmann Mittwoch, 25. August 2010, 17:40 Uhr
Zum aktuellen Pilotprojekt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes erklärt der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, Dr. Josef Schlarmann:
Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU hält anonymisierte Bewerbungen für einen falschen Weg, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Neben der fachlichen Qualifikation sind auch persönliche Daten erforderlich, um sich ein Bild über die Eignung eines Bewerbers zu machen. Das geltende Antidiskriminierungsgesetz verhindert bereits, dass Bewerber diskriminiert werden. Anonymisierte Bewerbungen sind nur eine Scheinlösung, die Gerechtigkeit verspricht und Verwaltungsaufwand schafft. Spätestens bei der Vorstellung des Bewerbers werden seine persönlichen Daten bekannt. Nachhaltig sind allenfalls massiv steigende administrative Kosten sowie ein zeitlich längerer und umständlicher Bewerbungsvorgang - insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Bezeichnenderweise nehmen deshalb am Pilotprojekt nur große internationale Unternehmen teil, die über ihre Personalabteilungen und Mitarbeiter in den USA bereits entsprechende Verfahren kennen. Außerdem ist mit anonymisierten Bewerbungen dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Anonyme Bewerber können Qualifikationen vortäuschen, die sie gar nicht besitzen, um daraus Vorteile zu ziehen. Hier können sich große Unternehmen, nicht aber Kleine und Mittlere, mit Erfolg wehren.