In Pressemitteilungen von Dr. Josef Schlarmann
Freitag, 03. Februar 2012, 11:01 Uhr
Der CDU-Wirtschaftsflügel warnt vor überzogenen Lohn- und Gehaltsforderungen durch die Gewerkschaften und ruft die Tarifpartner zu einer moderaten Lohnpolitik auf. Die MIT appelliert, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nicht durch zu hohe Forderungen zu gefährden. Dazu erklärt Dr. Josef Schlarmann, Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU:
„In der kommenden Woche fällt der Startschuss für die Tarifrunden in der Metall- und Elektroindustrie, der Chemieindustrie und im Öffentlichen Dienst. Bereits jetzt werden Forderungen von 6,5 Prozent und mehr in den Raum gestellt. Laute Rufe nach einem satten Gehaltsplus werden der gegenwärtigen Lage jedoch nicht gerecht.
Ob Deutschland wettbewerbsfähig bleibt, hängt maßgeblich von der Lohnpolitik der Tarifpartner ab. Die Gewerkschaften müssen erkennen, dass der der Scheitelpunkt des Wachstumspfades bereits überschritten ist und sich die Konjunkturaussichten eintrüben. Zahlreiche Krisenherde, allen voran die Staatsschuldenkrise, drohen die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands spürbar zu bremsen. Deutlich höhere Löhne würden die Unternehmen zusätzlich belasten und wären somit kontraproduktiv. Im Öffentlichen Dienst sind Gehaltssprünge nicht mit der angespannten Haushaltslage zu vereinbaren. Hinzukommt, dass die Bundesregierung erst im Oktober 2011 beschlossen hat, das Weihnachtsgeld für Bundesbeamte ab 2012 zu verdoppeln.
Die europäischen Krisenländer, z.B. Griechenland und Portugal, führen deutlich vor Augen, welche Folgen eine expansive Lohnpolitik für die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Landes hat. Jene Länder, in denen sich Arbeitnehmer regelmäßig über einen größeren Lohnzuwachs freuen konnten, stehen nun mit dem Rücken zur Wand. Deutschland hingegen wird für die Leistungsfähigkeit seiner Wirtschaft bewundert. Die Stärke der deutschen Wirtschaft ist neben der Innovationsfähigkeit der Unternehmen vor allem auf flexible Arbeitsmarktinstrumente sowie eine moderate Lohnpolitik in den vergangenen Jahren zurückzuführen. Der Weg der angemessenen Lohnpolitik durch die Tarifpartner muss unbedingt fortgesetzt werden.“
Hintergrund:
2012 finden in der Metall- und Elektroindustrie, dem Öffentlichen Dienst und der Chemieindustrie Tarifrunden statt. Am Dienstag, 7. Februar, wird die IG Metall ihre Forderung veröffentlichen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gibt am Donnerstag, 9. Februar, ihre Wünsche für den Öffentlichen Dienst bekannt. Die IG Bergbau, Chemie, Energie wird am Dienstag, 14. Februar, ihre Lohnforderungen darlegen.